Mit Impfschutz in den Urlaub
Besonders in südlichen Ländern gibt es eine Reihe gesundheitlicher Gefahren, die zumeist aus Un kenntnis außer acht gelassen werden. Richtiger Impfschutz und einige wenige wichtige Verhaltens- regeln sind die Gewähr für einen gesunden Urlaub und eine gesunde Wiederkehr.
 

Vorbeugen ist besser als heilen
 

Jährlich werden nach Fernreisen rund 1000 Malariaerkrankungen diagnostiziert, von denen bis zu 35 einen tödlichen Verlauf haben. Jeder zweite fühlt sich gesundheitlich beeinträchtigt, jeder vierte hat teilweise erhebliche gesundheitliche Störungen und jeder zwölfte wird krank geschrieben.
Um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, ist ein ausreichender Impfschutz erforderlich. Sprechen Sie deshalb rechtzeitig mit Ihrem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt. Dort erfahren Sie, in welcher Region Sie welche Impfung brauchen.

 

Gegen diese Krankheiten sollten Sie sich immunisieren lassen:
 
Cholera

Die Cholera ist eine schwere Darminfektion. Die Inkubationszeit liegt zwischen einem und fünf Tagen. Sie wird über verunreinigtes Trinkwasser oder infizierte Nahrung (z.B. rohes Gemüse) übertragen und befällt den Dünndarm. Am meisten gefährdet sind Abenteuer-, Rucksack- und Trekkingtouristen in tropischen und subtropischen Ländern. Vermeiden Sie rohe Nahrungsmittel und unabgekochtes Wasser. Einige Länder verlangen eine Impfung

Diphterie

Die Diphterieerreger befallen die Schleimhäute in Mund, Rachen und Kehlkopf. Die Krankheit wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen und bricht zwischen zwei und sieben Tagen nach der Infektion aus. Ausreichender Schutz ist vorhanden wenn die letzte Impfung nicht länger als 10 Jahre zurück liegt.

Malaria

Die Malaria wird oft unterschützt, ist aber die lebensbedrohliche Tropenkrankheit mit der größten Ver- breitung und weiter auf dem Vormarsch. Die Erreger werden durch den Stich der weiblichen Anophe- les-Mücke übertragen, die nicht selten auch in Risikoregionen in den Mittelmeerländern vorkommt. Die Vorbeugung erfolgt durch die Einnahme eines Medikaments nach einem genauen Zeitplan vor, wäh- rend und nach der Reise. Am Urlaubsort gibt es weitere Möglichkeiten, sich zu schützen: Tragen Sie besonders abends helle Kleidung mit langen Ärmeln und Hosen sowie Strümpfe. Falls keine Fliegen- gitter angebracht sind, halten Sie die Fenster Ihres Schlafzimmers in der Dämmerung und nachts ge- schlossen und schlafen Sie unter einem Moskitonetz. Erkundigen Sie sich vor Ort nach Mitteln, die speziell gegen die dort heimischen Insekten erhältlich sind.

Typhus

In vielen warmen Ländern besteht ein hohes Risiko der Infektion mit Typhusbakterien. Sie werden bei- spielsweise mit ungewaschenem Obst, Speiseeis, Wasser und Milch aufgenommen. Die Inkubations- zeit legt bei etwa 10 Tagen. Eine Schluckimpfung, die unbedingt vor einer Malariavorbeugung erfolgen muss, behält ihre Wirkung für ungefähr ein halbes Jahr.

Hepatitis B und C

Hepatitis B wird vor allem durch Bluttransfusionen und Schleimhautkontakte (Geschlechtsverkehr) übertragen, aber auch durch verunreinigte Spritzen. Die Inkubationszeit liegt zwischen 50 und 180 Tagen. Die Schutzimpfung ist gut verträglich und wirksam. Die Hepatitis C entspricht im wesentlichen der Hepatitis B, ein vorbeugender Schutz ist nicht möglich.

Hepatitis A

Die meisten Infektionen mit Hepatits-A-Viren werden in den Mittelmeer- sowie subtropischen und tropischen Ländern erworben. Die Viren werden über verun- reinigtes Wasser und Essen sowie bei schlechten Hygienebedingungen aufgenommen. Die Inkubationszeit liegt zwischen 15 und 50 Tagen. Die Impfung bietet für 5 bis 10 Jahre Schutz.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch die Gelbfiebermücke übertragen wird. Die Inkubations- zeit beträgt drei bis sechs Tage. Eine Impfbescheinigung muss vorgelegt werden, wenn eine Reise zwischen den 17. Breitengrad Nord und den 17. Breitengrad Süd nach Afrika, Mittel- oder Südamerika führt. Der Impf- schutz beginnt 10 Tage nach der Impfung.

Kinderlähmung

Die auch unter dem Namen Poliomyelitis bekannte Viruserkrankung, die bis zur Gefährdung des Atem- und Kreislaufsystems führen kann, befällt das Zentralnervensystem. Die Übertragung erfolgt durch Schmutz- und Schmierinfektion mit einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen. In tropischen Ländern ist diese Krankheit weit verbreitet. Die Schluckimpfung muss alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Tetanus

Bazillen, die Wundstarrkrampf (Tetanus) hervorrufen haben eine weltweite Verbreitung. Meist gelangen sie über kleine Wunden in den Körper, ihr Gift lähmt die Nervenenden und bewirkt eine krampfhafte Starre der Muskulatur, die zum Tod führen kann. Gegen Tetanus sollte jedermann geimpft sein. Die aus drei Impfungen bestehende Grundimmunisierung muss alle 10 Jahre aufgefrischt werden.