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25.09.2007 - Medizin
Stammzellen gegen die Evolution im Menschen
Körperzellen entwickeln sich aus Stammzellen - so wird die
Entstehung gefährlicher Mutationen verhindert
Menschliche Zellen vermehren sich nicht durch einfache Zweiteilung,
sondern entstehen aus einer kleinen Anzahl von Stammzellen.
Die Stammzellen entwickeln sich in mehreren Schritten zu einer
bestimmten, spezialisierten Körperzelle. Dieser Mechanismus verhindert,
dass im Körper eine stetige Evolution stattfindet – er sorgt jedoch
auch dafür, dass sich keine gefährlichen Mutationen
im menschlichen Erbgut anhäufen, die letztlich zu Krebs führen können.
Das sagen Wissenschaftler um John Pepper von der Universität von
Arizona, die die Vorgänge im menschlichen Körper mit Hilfe eines
Computermodells simuliert hatten.
Wenn sich Bakterien
teilen, sammeln sich Mutationen in ihrem Erbgut an. Hilft eine
Mutation, dem Bakterium in einer bestimmten Umgebung zu überleben,
dann vermehren sich besonders die Bakterien, die diese Mutation
tragen. Andere Bakterien vermehren sich langsamer und verschwinden
schließlich aus der Population. Würden auch neue Zellen im
menschlichen Körper durch einfache Zweiteilung entstehen, häuften
sich auch hier immer mehr Mutationen an, erklären die Forscher. Das würde
aber dazu führen, dass vor allem die Zellen überleben, die sich
schnell teilen, auch wenn sie ihre eigentliche Aufgabe in ihrem Organ
gar nicht mehr erfüllen.
Um das zu verhindern, hat sich im menschlichen Körper ein anderes
System entwickelt: Aus einer kleinen Anzahl von Stammzellen entstehen
über mehrere Vorläuferzellen die reifen Körperzellen. Zwar teilen
sich die Stammzellen, allerdings nicht häufig genug, um wirklich gefährlich
zu werden, erklären die Forscher. Die unterschiedlichen Vorläuferzellen
dagegen vermehren sich nicht einfach durch bloße Verdoppelung,
sondern entwickeln sich mit jeder Teilung ein wenig weiter. Dadurch können
die Zellen nicht direkt miteinander konkurrieren, so die
Wissenschaftler.
Wenn sich die Vorläuferzellen dagegen nicht mehr weiterentwickeln,
sondern nur noch teilen, treten sie in Konkurrenz zueinander. Dann überleben
vor allem die Zellen, die sich besonders schnell vermehren. Das könnte
der erste Schritt zur Krebsentstehung sein, erklären die Forscher.
Gelänge es, herauszufinden, ob irgendwo im Körper Zellen aufgehört
haben, sich weiterzuentwickeln, könne man die beginnende
Krebsentstehung erkennen, lange bevor sich ein sichtbarer Tumor
gebildet habe.
Nature,
Onlinedienst, DOI: 10.1038/news070917-11
ddp/wissenschaft.de – Anja Basters
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| 31.8.07 |
Hormone fürs Gehirn
Eierstockentfernung kann Demenz oder Parkinson zur Folge haben
Frauen haben ein höheres Risiko, an Demenz
oder Parkinson
zu erkranken, wenn ihnen vor den Wechsel- jahren die Eierstöcke
entfernt werden. Das schließen amerikanische Forscher aus einer Studie,
für die sie knapp 3.000 Frauen untersucht haben. Wahrscheinlich schützt
das von den Eierstöcken produzierte Sexual- hormon Östrogen
das Gehirn. Frauen, die nach einer solchen Operation bis zum 50.
Lebensjahr Östrogene einnahmen, zeigten dementsprechend kein erhöhtes
Krankheitsrisiko. Wie Östrogene Demenz oder Parkin- son verhindern, können
sich die Wissenschaftler allerdings noch nicht genau erklären.
Für ihre Studie untersuchten die Forscher Frauen, denen zwischen 1950
und 1987 die Eierstöcke entfernt worden waren. Dabei überprüften sie
sowohl die Gedächtnisleistungen der Frauen als auch deren motorischen Fähigkeiten,
um eine mögliche Demenz- oder Parkinson-Erkrankung festzustellen. Die
Ergebnisse verglichen die Wissenschaftler mit Daten einer Gruppe von
Frauen gleichen Alters, die sich keiner Operation unterziehen musste.
Dabei zeigte sich sowohl ein erhöhtes Risiko für eine Demenz als auch
für Parkinson bei den operierten Frauen. Je jünger die Frauen bei der
Entfernung der Eierstöcke waren, desto wahrscheinlicher erkrankten sie
in späteren Jahren.
Ein erhöhtes Krankheitsrisiko beobachteten die Forscher nicht nur bei
den Probandinnen, denen beide Eierstöcke entfernt worden waren. Auch
solche Frauen, denen nur ein Eierstock fehlte, erkrankten häufiger an
Demenz oder Parkinson. Eigentlich könnte bei diesen Frauen der
verbliebene Eierstock noch Östrogene produzieren. Da aber meist die Gebärmutter
mit entfernt wird, kann dieser nicht mehr richtig durchblutet werden und
deshalb nicht mehr ausreichend Hormone herstellen, so die Forscher.
Bereits frühere Studien zeigten, dass eine Östrogengabe nach den
Wechseljahren einen schädlichen Einfluss auf das Gehirn haben kann.
Deshalb vermuten die Forscher, dass Östrogene nicht immer, sondern nur
bis zu dem Zeitpunkt, an dem natürlicherweise die Wechseljahre
einsetzen, das Gehirn schützen. Frauen, denen die Eierstöcke entfernt
wurden, sollten deswegen bis zu einem Alter von etwa fünfzig Jahren
regelmäßig Östrogene einnehmen, empfehlen die Wissenschaftler.
Walter Rocca (Mayo-Klinik, Rochester) et al.: Neurology,
DOI: 10.1212/01.wnl.0000280573.30975.6a und
10.1212/01.wnl.0000276984.19542.e6 |
| 10.4.07 |
Schlankheitsmittel aus
dem Internet
Zuverlässiger kann man sich nicht schaden
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(aid) - Bloß nicht im Internet Schlankheitsmittel bestellen! Das ist
das unmissverständliche Ergebnis einer aktuellen Analyse der Stiftung
Warentest. Von 16 netz-vertriebenen Mitteln wurden 13 als hohe bis sehr
hohe Gefahr für die Gesundheit bewertet. Die übrigen drei sind nicht
abschätzbar - also auch nicht zu empfehlen.
Einen regelrechten Schwarzmarkt im Internet diagnostizierten die Tester.
Unklar seien zwar die genauen Zahlen der Kunden, doch eine
Online-Umfrage ergab, dass von 3 000 Personen immerhin 14 Prozent schon
derartige Produkte konsumiert hatten. Teilweise gaben die Befragten an,
Nebenwirkungen wie z.B. Ess- oder Herz-Kreislauf-Störungen bewusst in
Kauf zu nehmen.
Als Neuheiten haben sich in der fragwürdigen Branche die Wirkstoffe
Hoodia und Guggulsteron etabliert. Hoodia ist ein Pulver aus einer südafrikanischen
Kaktuspflanze, welches den Hunger bremsen soll. Interessant an den
entsprechenden Kapseln ist: Der angepriesene Stoff konnte darin nicht
einmal nachgewiesen werden. Vielleicht auch besser so - denn seine
Unbedenklichkeit ist nicht ausreichend belegt. Ähnlich unkalkulierbar
sind Guggulsterone. Die Substanz wird aus dem Harz des Guggulbaumes
gewonnen und in der indischen Medizin als Schilddrüsen-Stimulanz
verwendet. Über die Nebenwirkungen ist bislang wenig bekannt.
Noch immer neu am Markt ist auch die hungerzügelnd wirkende Pille
Acomplia mit dem Wirkstoff Rimonabant. Sie wird seit Herbst 2006
vertrieben - eigentlich als verschreibungspflichtiges Mittel, das neben
einem Gewichtsverlust auch Angstzustände und Depressionen auslösen
kann, daher nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden darf. Im
Internet ignorieren ausländische Anbieter (etwa aus den Niederlanden
oder aus Großbritannien) auf deutschsprachigen Websites diese Regelung
und bieten Acomplia zur rezeptfreien Bestellung an.
Als Klassiker der schwarzen Liste behaupten sich Sibutramin und Ephedrin.
Besonders chinesische Produkte auf angeblich rein pflanzlicher Basis
enthalten zum Teil hohe Dosen des synthetischen Stoffes Sibutramin,
welcher Herzrasen und Bluthochdruck auslösen kann. Mitunter liegt der
Sibutramingehalt sogar deutlich über der Menge, die im
verschreibungspflichtigen, legalen Mittel Reductil enthalten ist. Das
Sucht erregende, daher verschreibungspflichtige Ephedrin wirkt in hoher
Dosis tödlich. Angeboten wird es im Netz als Kombinationspräparat mit
Koffein - wobei die empfohlene Tagesmenge an Koffein dann schnell bei
fast 700 mg liegt. Das entspricht in etwa zehn Tassen Kaffee.
aid, Johanna Thelemann |
| 24.1.07 |
Keimfrei in der
Mikrowelle
Studie: Die Öfen können Spülschwämme und Putzlappen sterilisieren
Mikrowellenherde können die Hygiene
im Haushalt verbessern: Schon zwei Minuten in einem solchen Ofen töten
99 Prozent aller Keime in Spülschwämmen, Küchenhandtüchern und
Putzlappen ab, haben amerikanische Forscher gezeigt. Diese Textilien gehören
zu den am stärksten mit Bakterien und zum Teil auch Viren belasteten
Utensilien im Haushalt und können unter anderem Salmonellen oder andere
Erreger von Lebensmittelvergiftungen enthalten. Eine Behandlung in der
Mikrowelle kann daher das Risiko, sich mit solchen Keimen zu infizieren,
deutlich senken, berichten Gabriel Bitton und seine Kollegen.
Um die Effektivität
eines Mikrowellenofens beim Sterilisieren zu testen, tränkten die
Wissenschaftler Spül- und Scheuerschwämme in Wasser, das eine ganze
Reihe verschiedener Mikroben enthielt. Dazu gehörten fast alle
klassischen Erreger von Lebensmittelvergiftungen, wie Fäkalbakterien
wie E.
coli, Viren, einzellige
Parasiten und Sporen des Bakteriums Bacillus
cereus. Dieser Mikroorganismus kann beispielsweise in Reis oder in
Milchprodukten vorkommen, wobei seine Sporen extrem widerstandsfähig
gegen Sterilisationsmaßnahmen sind. Die unappetitlichen Textilien
wurden in einer handelsüblichen Mikrowelle erhitzt und dann
ausgewrungen. Abschließend bestimmten die Forscher, wieviele Keime das
herausgelaufene Wasser noch enthielt und verglichen die Werte mit denen
unbehandelter Kontrollschwämme.
Schon zwei
Minuten Behandlung auf höchster Leistungsstufe reichten aus, um 99
Prozent aller Keime abzutöten oder zu inaktivieren. Lediglich die
Bakteriensporen mussten vier Minuten lang erhitzt werden, zeigte die
Auswertung. Tödlich für die Mikroben ist dabei nach Angaben von
Studienleiter Bitton nicht die Strahlung in der Mikrowelle, sondern die
Hitze. Er empfiehlt, nach dem Abwischen von potenziell kontaminierten
Oberflächen, etwa nach dem Schneiden von rohem Fleisch, Schwämme oder
Tücher in nassem Zustand in die Mikrowelle zu geben – schließlich
funktioniere das Gerät, indem es Wassermoleküle zum Schwingen anregt.
Vorsicht ist allerdings bei metallhaltigen Schwämmen oder Scheuerpads
geboten: Daran können elektrische Entladungen entstehen, die den
Mikrowellenofen beschädigen.
Gabriel
Bitton (University of Florida, Gainesville) et al.: Journal
of Environmental Health, Bd. 69, S. 17
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel |
| 15.12.06 |
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Weniger
Brustkrebs nach Rückgang der Hormonersatztherapien
Forscher finden starkes Absinken der
neuen Fälle seit der Veröffentlichung der Therapierisiken
Die Zahl der Brustkrebsfälle bei älteren Frauen ist in den USA
im Jahr 2003 innerhalb weniger Monate ungewöhnlich stark gefallen
– ein Effekt, der wahrscheinlich auf einen drastischen Rückgang
von Hormonersatztherapien in den Wechseljahren zurückzuführen
ist. Viele Frauen über 50 hatten diese Behandlungen abgebrochen,
nachdem im Sommer 2002 eine große Studie wegen eines erhöhten
Brustkrebs- und Herzinfarktrisikos durch die Hormongaben
abgebrochen worden war. In genau dieser Altergruppe betrug der Rückgang
der Brustkrebsfälle zwischen den Jahren 2002 und 2003 bis zu zwölf
Prozent, berichteten Peter Ravdin von der Universität von Texas
in Houston und seine Kollegen auf einem Brustkrebssymposium in San
Antonio.
In ihrer Studie werteten Ravdin und sein Team Daten zu
Brustkrebserkrankungen in den USA von 1990 bis Ende 2003 aus.
Zwischen 1990 und 1998 gab es einen regelmäßigen Anstieg der Fälle
von 1,7 Prozent pro Jahr, und ab 1998 begann die Zahl der
Erkrankungen um etwa ein Prozent jedes Jahr abzunehmen. Anfang
2003 gab es dann jedoch einen ungewöhnlich scharfen Knick in der
Kurve: Innerhalb weniger Monate fiel die Menge der Brustkrebsfälle
im Durchschnitt um sieben Prozent ab. Eine genauere Analyse
zeigte, dass das besonders auf die Abnahme der Erkrankungen bei
Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zurückzuführen war und hauptsächlich
die Brustkrebsarten betraf, deren Wachstum durch Hormone wie Östrogene
und Gestagene
beschleunigt wird. In dieser Gruppe betrug die Abnahme sogar 12
Prozent, so die Forscher.
Da die Studie eine rein statistische Analyse war, könne keine
sichere Aussage über die Ursache dieser ungewöhnlichen
Entwicklung daraus abgeleitet werden, erklärte Ravdin. Trotzdem
halten die Wissenschaftler es für so gut wie sicher, dass der
Effekt auf die Veränderung bei den Hormonersatztherapien zurückgeht:
Während im Jahr 2000 Ravdins Angaben nach noch dreißig Prozent
der Frauen über 50 Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden
einnahmen, stoppte etwa die Hälfte von ihnen die Behandlung nach
der Veröffentlichung der Risiken im Sommer 2002. Da die
hormonsensitiven Tumorarten bei Hormonentzug aufhören zu wachsen,
sei es demnach durchaus möglich, dass sich diese Umstellung in
einem deutlichen Abfall der diagnostizieren Fälle zeige, so der
Wissenschaftler.
An der "Women's
Health Initiative (WHI)"-Studie hatten mehr als 16.000
Frauen mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren teilgenommen.
Nach fünf Jahren wurde die Studie vorzeitig beendet, da sowohl
das Brustkrebs- als auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
in der Hormongruppe erheblich erhöht war. Die Deutsche
Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt daher
allen Frauen, Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie in den
Wechseljahren sorgfältig abzuwägen und nur in dringenden Fällen
Hormone einzunehmen.
Peter Ravdin (Universität von
Texas, Houston) et al.: Beitrag
auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium
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wissenschaft.de - Weniger Brustkrebs nach Rückgang der Hormonersatztherapien |
| 29.11.06 |
Wer weniger raucht, stirbt trotzdem früher
Studie: Reduktion des Zigarettenkonsums verbessert die Lebenserwartung nicht messbar
Nur weniger zu rauchen statt ganz aufzuhören hat keinen nennenswerten Effekt auf die Lebenserwartung. Das haben norwegische Forscher in einer Langzeitstudie mit über 51.000 Teilnehmern gezeigt. Sie teilten die
Män- ner und Frauen in verschiedene Raucherklassen ein, wobei die Klasse der "Reduzierer" nach der ersten
Un- tersuchung ihren Konsum von über 15 Zigaretten um mehr als die Hälfte verringern musste. Diese
Einschrän- kung des Zigarettenkonsums senkt die Sterblichkeit nicht, zeigen die Ergebnisse von Aage Tverdal und
sei- nem Kollegen Kjell Bartveit.
Zwischen 1974 und 1978 wurden die Freiwilligen mindestens zweimal untersucht und in eine von sechs
Rau- cherkategorien eingeteilt. Um den angegebenen Tabakkonsum tendenziell beobachten zu können,
untersuch- ten die Forscher das Blut der Probanden auf Thiocyanat, ein Stoffwechselprodukt, mit dem Tabakkonsum nachgewiesen werden kann und das lange im Blut verweilt. Die Forscher nahmen dann bis zum Jahr 2003 alle Todesfälle unter den Probanden und deren Ursache auf.
Die Rate der mit Tabakkonsum verbundenen Krebserkrankungen unter Männern, die weniger rauchten, war nicht messbar niedriger als die von konstant starken Rauchern, ergab die Auswertung. Bei der Sterblichkeit insgesamt hatten die Männer mit nur geringem Konsum in den ersten 15 Jahren zwar noch ein geringeres Risiko, danach gab es jedoch keinen Unterschied mehr zwischen starken und gemäßigten Rauchern. Auch bei den Frauen, die ihren Zigarettenkonsum mäßigten, konnten die Forscher keine Senkung der Sterblichkeit beobachten.
Die Ergebnisse könnten die Vermutung nahelegen, dass die Probanden ungenaue Angaben zu ihrem
Zigaret- tenkonsum gemacht, stärker inhaliert oder die Zigaretten weiter als normal geraucht hatten. Die
Blutunter- suchungen jedoch ergaben, dass das Blut der Probanden, die nach eigenen Angaben ihren Konsum
einge- schränkt hatten, tatsächlich weniger Thiocyanat aufwies als das der starken Raucher.
Die Langzeitstudie kann also keine Verringerung der Sterblichkeit durch reduzierten Tabakkonsum
nachwei- sen, schließen Tverdal und Bjartveit. Das bedeute, dass Raucher möglicherweise in die Irre geführt werden, wenn ihnen geraten wird, den Tabakkonsum zugunsten der Gesundheit einzuschränken. Wer
hingegen ganz mit dem Rauchen aufhört, hat eine um fünfzig Prozent niedrigere Sterblichkeit als ein starker Raucher, ergab die Auswertung.
Aage Tverdal (Norwegian Institute for Public Health, Oslo), Kjell Bartveit (Norwegian Health Screening Service, Oslo): Tobacco
Control, Bd. 15, S. 472
ddp/wissenschaft.de – Sabine Keuter |
| 2.8.06 |
Prionen
im OP - Forscher: Creutzfeldt-Jakob
kann durch Operationen übertragen werden
Infiziertes Operationsbesteck birgt für OP-Patienten ein gewisses
Risiko, sich mit der neuen
Form der Creutz- feldt-Jakob-Krankheit (vCJD) anzustecken. Darauf
weisen britische Wissenschaftler hin. Die Prionen genann- ten winzigen
Eiweißpartikel, die die Krankheit übertragen, haften gut am Edelstahl
chirurgischer Instrumente und lassen sich nur mit großem Aufwand unschädlich
machen. Wie groß das Risiko einer Ansteckung im OP in Großbritannien
tatsächlich war und ist, wo bisher 161 Menschen an vCJD starben, können
die Forscher bisher allerdings noch nicht exakt sagen. In Deutschland
ist bisher noch kein Fall der Krankheit bekannt.
Seit Ende der 1990er Jahre die ersten Fälle
der neuen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auftraten, sind
Forscherteams in vielen Ländern auf der Suche nach den Ursachen und Übertragungswegen
der Nervenkrank- heit, die nach dem Auftreten der ersten Symptome meist
innerhalb weniger Monate zum Tod führt. Als nahezu sicher gilt
inzwischen, dass die Krankheit über mit dem BSE-Erreger infiziertes
Rindfleisch auf den Menschen übertragen wurde. Schon länger vermuten
Wissenschaftler außerdem, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch
nicht nur über Bluttransfusionen möglich ist, sondern auch über
chirurgische Instrumente.
Eine solche Ansteckung im OP könnte es in Großbritannien bereits
gegeben haben, ergaben die Hochrech- nungen der Wissenschaftler. Die
Forscher legten ihren Daten die geschätzte Zahl der infizierten
Menschen zugrunde, die sich noch vor dem Ausbruch der Krankheit einer
Operation unterzogen hatten. Auch floss in die Berechnungen das Übertragungsrisiko
für Prionen während einer Operation genauso ein wie die Anzahl der
Operationen, die im Allgemeinen mit dem gleichen Besteck vorgenommen
werden. Prinzipiell sei es durchaus denkbar, dass die Krankheit sich auf
diese Weise in Großbritannien durch Neuinfektionen halten kann, so die
Forscher. Auf der Grundlagen dieser Daten sollten nun weitere Studien
folgen und dabei besonders untersucht werden, wie oft medizinische
Instrumente verwendet werden und wie sie sich zuverlässig
dekontaminieren lassen.
Da Prionen unempfindlich gegen Alkohol und andere Desinfektionsmittel
sind, versagen hier herkömmliche Mittel, mit denen medizinische
Instrumente sonst gereinigt werden. Eine effektive Sterilisation
beispielsweise durch große Hitze ist hingegen bei manchen empfindlichen
Instrumenten wie etwa Endoskopen nur schwer möglich.
Tini Garske (School of Hygiene and
Tropical Medicine, London) et al.: Journal
of the Royal Society Interface, Online-Vorabveröffentlichung,
DOI:10.1098/rsif.2006.0142
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald
Weitere Meldungen zum Thema - Creutzfeldt-Jakob
- finden Sie im Archiv von wissenschaft.de |
| 2.8.06 |
Honig - Nicht nur ein
Lebensmittel
(aid) - Er ist streichfähig, zähfließend oder dünnflüssig und es
gibt ihn in unzähligen Geschmacksrichtungen: Raps, Lindenblüte,
Akazie, Edelkastanie und viele mehr. Die Rede ist von Honig. Doch Honig
ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern jüngsten Forschungsberichten
zufolge auch ein Heilmittel. Forscher der Universitäts- kinderklinik in
Bonn berichten über positive Erfahrungen mit einem
Wundbehandlungsmittel auf der Basis von Honig. Selbst chronische Wunden,
die mit multiresistenten Bakterien infiziert waren, heilten oft binnen
weniger Wochen.
Da Mediziner in Kliniken immer öfter mit Keimen konfrontiert werden,
die gegen gängige Antibiotika resistent sind, nutzen inzwischen zwei
Dutzend Kliniken in Deutschland die speziellen Wundbehandlungsmittel mit
Honig. Es handelt sich hierbei um spezielle Medizinprodukte, die mit
sterilisiertem australischem Honig her- gestellt werden.
Haushaltsüblicher Honig sollte nicht für die Wundbehandlung eingesetzt
werden, denn er kann Sporen von Krankheitserregern (u. a. von
Clostridien) enthalten. Die heilende Wirkung des Honigs basiert auf
einem En- zym, das die Bienen ihm während der Erzeugung zusetzen.
Dieses Enzym sorgt dafür, dass im Honig perma- nent geringe Mengen
Wasserstoffperoxid entsteht, das antimikrobiell wirkt. Dies erklärt
auch die vielbe- schworene Wirkung des Honigs als Hausmittel bei
Halsentzündungen und Erkältungen. Das Enzym ist jedoch hitze- und
lichtempfindlich. Deshalb sollte Honig nicht über 40 Grad Celsius erwärmt
und dunkel gelagert werden.
aid, Dr. Maike Groeneveld, Weitere Informationen: www.uni-bonn.de |
| 09.07.05 |
Was das Blut fett macht
Gene beeinflussen den Cholesterinspiegel stärker als Lebenswandel
Wie stark fettes Essen den Cholesterinspiegel in die Höhe treibt, hängt stärker von der genetischen Veranlagung ab als von der persönlichen Lebensweise. Diesen bereits seit längerer Zeit vermuteten Zusammenhang hat jetzt eine Studie amerikanischer Forscher mit 28 eineiigen Zwillingspaaren bestätigt. Bekamen beide Brüder, von denen jeweils einer sehr sportlich und der andere eher ein Couchpotato war, die gleiche fetthaltige Diät, veränderte sich ihr Cholesterinspiegel trotz des extrem unterschiedlichen Lebensstils gleich stark.
Sechs Wochen lang verordneten die Forscher ihren Probanden eine fettarme und weitere sechs Wochen eine sehr fetthaltige Diät. Anschließend bestimmten sie die Menge des so genannten LDL-Cholesterins im Blut der Zwillinge. Diese Variante des
Cholesterins wird auch "schlechtes" Cholesterin genannt und gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose.
Die Probanden reagierten sehr unterschiedlich auf die Ernährungsumstellung, zeigte die Auswertung: Bei einigen wurde der Bluttfettspiegel praktisch überhaupt nicht durch die fettreiche Ernährung beeinflusst, während er bei anderen stark anstieg. Verglichen die Forscher jedoch die Werte der Zwillingspaare untereinander, gab es so gut wie keine Abweichungen: Entweder stieg der Cholesterinspiegel bei beiden Brüdern oder er blieb bei beiden unverändert.
Da die Zwillinge die gleichen Gene, jedoch völlig unterschiedliche Lebensstile hatten, zeige die starke Übereinstimmung deutlich, dass die Gene und nicht die persönliche Lebensweise bei der Regulierung des Cholesterinspiegels die Hauptrolle spielen, schreiben die Forscher. Welche Gene genau an der Steuerung beteiligt sind, können sie jedoch bislang noch nicht sagen.
Cholesterin, auch Cholesterol genannt, gehört zu den Fetten und ist unter anderem ein wichtiger Baustein für verschiedene Hormone sowie ein Hauptbestandteil der Zellmembranen des Körpers. Etwa ein Drittel des benötigten Cholesterins wird vom Körper selber hergestellt, der Rest wird aus der Nahrung gewonnen. Ist jedoch zuviel Cholesterin im Blut, kann es sich auf Dauer an den Wänden der Blutgefäße ablagern und sie so verengen.
Paul Williams (Lawrence Berkeley National Laboratory) et al.: American Journal of Clinical Nutrition, Bd. 82, Nr. 2 |
| 12.04.05 |
Atemberaubendes Erbe
Rauchende Großmütter können ihren Enkeln schaden, selbst wenn die direkten Nachkommen nicht betroffen sind
Ob Kinder an Asthma erkranken, hängt auch vom Rauchverhalten ihrer Großmütter ab. Das hat eine
Unter- suchung amerikanischer Mediziner unter Leitung von Frank Gilliland in ergeben. Die schädliche Wirkung von Tabak kann über Generationen weitergegeben werden, auch wenn bei den direkten Nachkommen keine Schäden erkennbar sind.
Die Wissenschaftler untersuchten 908 Kinder, von denen 338 bis zum fünften Lebensjahr Asthma
entwickel- ten. Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchten, haben eine 1,5fach größere
Wahrschein- lichkeit, an Asthma zu erkranken. Wenn nur die Großmutter, nicht aber die Mutter, während der
Schwanger- schaft geraucht hat, ist das Risiko gar um den Faktor 1,8 erhöht. Haben sowohl Großmutter als auch Mutter während ihrer Schwangerschaften geraucht, hat das Kind sogar eine 2,6fach erhöhtes Asthma-Risiko.
Eine mögliche Erklärung für diese Ergebnisse sieht Gilliland darin, dass der Tabak die DNA des
Ungebore- nen beeinträchtigt. Die geschädigte DNA schwächt dann das Immunsystem des Kindes. Zudem fördert
Ta- bak die Empfänglichkeit der Mutter für Asthma, die sie an ihr Kind weitervererbt. Wissenschaftler vermuten, dass die Wirkstoffe des Tabaks ein Kind auf zwei Arten beeinflussen und zu einer erhöhten Anfälligkeit für Asthma führen. Zum einen werden die Mitochondrien, die Energie-Fabriken der Zellen, geschädigt. Da die Mitochondrien-DNA immer über die mütterliche Linie vererbt wird, werden auch etwaige Schäden über die Mutter an die Kinder weitergegeben. Zum anderen richtet der Tabak bei Mädchen Schäden an den Eizellen an, was für ihre künftigen Kinder ein Risiko ist.
Frank Gilliland (Universität von Südkalifornien, Los Angeles) et al: Chest, Ausg. vom 11. April.
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi |
| 10.4.04
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Aloe Vera-Produkte -
Wundermittel oder Abzockerei?
(aid) - Aloe Vera-Produkte liegen im Trend. Von der Körperlotion bis
zum Haarschampoo, unzählige Kosme- tikprodukte enthalten Aloe Vera-Gel.
Seit einiger Zeit wird in Drogeriemärkten und vor allem im Internet
Aloe Vera-Saft zur innerlichen Anwendung verkauft. Dem Saft aus der
Kaktus ähnlich aussehenden Pflanze wird eine ungewöhnliche Vielfalt an
Heilwirkungen zugesprochen. Angeblich hilft das mit 30 bis 50 Euro je
Liter sehr teure Getränk unter anderem bei Verstopfung, Husten,
Kopfschmerzen, Allergien, rheumatischem Fie- ber, Herzerkrankungen,
HIV-Infektion und Krebs.
Weltweit gibt es circa 300 verschiedene Aloepflanzenarten. Zur Gewinnung
des durchsichtigen und etwas schleimigen Gels und des Saftes aus dem
Inneren des Blattes dient vor allem Aloe barbadensis Miller. Diese
Aloeart wird in den subtropischen Regionen der USA sogar in Plantagen
angebaut. Getränke aus Aloe Vera werden als Nahrungsergänzungsmittel
beworben. Hierbei wird der Gehalt an Mucopolysacchariden (z. B.
Acemannan), Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren hervorgehoben.
Nachweislich medizinische Wunder vollbringt Aloe Vera-Saft jedoch nicht.
Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Untersuchungen, die seine
gesundheitlichen Wirkungen tatsächlich beweisen.
Die einzige wissenschaftlich sicher nachgewiesene Wirkung von Aloe
Vera-Inhaltsstoffen beim Menschen ist der stark abführende Effekt der
in Blattgrün und Rinde enthaltenen Anthraderivate wie Aloine. Aus
diesem Grund ist Aloe Vera hierzulande als Arzneidroge zugelassen.
Einige Abführmittel enthalten Aloeextrakte. Angebotene Aloe Vera-Säfte
oder Gele enthalten laut Herstellerangaben keine abführenden Aloine.
Die In- haltsstoffe der Säfte sind jedoch nicht standarisiert, jedes
Produkt kann anders zusammengesetzt sein. In Deutschland ist Aloe Vera
weder als Lebensmittel noch als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.
Die auch hierzulande angebotenen Produkte stammen aus Ländern mit
weniger strenger Gesetzgebung, die Aloe Vera als Nahrungsergänzungsmittel
eingestuft haben. Gemäß dem Prinzip des freien Warenverkehrs innerhalb
der EU dürfen Produkte, die in einzelnen europäischen Ländern erlaubt
sind, auch in allen anderen EU-Ländern verkauft werden.
Nach Ansicht des aid infodienstes sind Nahrungsergänzungsmittel für
gesunde Personen, die sich normal ernähren, nicht notwendig. Bei
ausgewogener Ernährung bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er
braucht. Eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise kann durch
Nahrungsergänzungsmittel nicht ausgeglichen werden, denn in
Lebensmitteln ist eine große Vielfalt an lebensnotwendigen und
gesundheitsfördernden In- haltsstoffen enthalten, die durch Nahrungsergänzungsmittel
niemals abgedeckt werden kann. Bei Pflanzen- extrakten wie Aloe
Vera-Saft besteht zusätzlich die Gefahr, dass bei einer Überdosierung
die darin enthal- tenen sekundären Pflanzenstoffe auch nachteilige
Wirkungen entfalten können.
aid, Ute Gomm |
| 26.11.03 |
Zimtsterne
statt Insulinspritze?
Forscher
entdeckten im Zimt einen Wirkstoff, der den Blutzuckerspiegel senkt
Geringe Mengen Zimt im Essen senken deutlich den Blutzuckerspiegel.
Bereits eine Zimtstange im Tee kann die Insulinwerte von Diabetikern
verbessern. Das berichtet Richard
Anderson vom Forschungszentrum für Landwirtschaft und Ernährung in
Beltsville (USA) in der Fachzeitschrift Diabetes
Care (Bd. 26, S. 3215).
Anderson
und sein Team hatten zufällig die Wirkung des in Zimt vorhandenen
Wirkstoffs MHCP (Methylhy- droxy-Chalcone-Polymer) auf den Blutzuckerspiegel
entdeckt, als sie gewöhnliche Lebensmittel untersuch- ten. In
Laborexperimenten wirkte MHCP ähnlich wie Insulin
und verstärkte somit die Aufnahme von Glukose in die Zellen. Nach
dieser Entdeckung analysierten die Wissenschaftler den Effekt des Zimts
bei sechzig Testpersonen mit Diabetes
vom Typ 2 in Pakistan. Menschen mit dieser Form von Diabetes können
zwar Insulin produzieren, der Körper reagiert jedoch nicht mehr
empfindlich darauf.
Nach vierzig Tagen hatten die Diabetiker, die täglich ein paar Gramm
Zimt einnahmen, bis zu zwanzig Pro- zent geringere Blutzuckerwerte als
die Kontrollgruppe. Bei einigen verschwanden sogar die Symptome der
Krankheit. Diese kehrten jedoch zurück, als die Zimttherapie
eingestellt wurde. MHCP senkte nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern
auch den Fettanteil und die Cholesterinmenge
im Blut.
Die Forscher empfehlen Diabetikern daher, täglich bis zu sechs Gramm
gemahlenen Zimt gesunden Nah- rungsmitteln beizufügen. In künftigen
Studien wollen sie die langfristige Wirkung von Zimt auf den Blutzucker-
spiegel bestimmen.
ddp/bdw – Sandra Saladin
Weitere Meldungen zum Thema - Blutzucker -
finden Sie im Archiv von www.wissenschaft.de |
| 20.11.03 |
Neue Rubrik für
Diabetiker auf www.was-wir-essen.de
"Haben Sie Zucker?"
(aid) - "Haben Sie Zucker?", diese Frage beantworten in
Deutschland mittlerweile rund fünf Millionen Men- schen mit
"Ja" und meinen damit nicht die süßen Kristalle aus der Tüte,
sondern die Stoffwechselkrankheit "Diabetes mellitus". Aber
welche Krankheit ist das? Was verbirgt sich hinter dieser Diagnose?
Welche An- zeichen sprechen für eine Erkrankung? Die Symptome von
Diabetes mellitus sind teilweise so unspezifisch, dass 40 bis 50 Prozent
der Erkrankungen nicht erkannt werden, die Zahl der Diabetiker in
Deutschland also wahrscheinlich noch viel höher ist. Zu den typischen
Symptomen von Diabetes mellitus zählen starker Durst, vermehrtes
Wasserlassen, unerklärliche Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit und
Leistungseinbuße, schlecht heilende Wunden, Sehstörungen und andere.
Aber nicht nur die Symptome, auch die Ursachen für die Erkrankung sind
verschieden. Es gibt unterschiedliche Diabetes-Typen. Was verbirgt sich
hinter den Be- zeichnungen Typ-1 oder Typ-2? Was ist
Schwangerschaftsdiabetes? Was ist Insulin und wie setze ich es ein?
Diese Fragen werden in der neuen Rubrik "Empfehlungen für
Diabetiker" auf der Internetseite www.was-wir-essen.de
beantwortet. |
| 20.11.03 |
Praktisch und kostenlos
Muttermilch ist maßgeschneidert für Babys
(aid) - Kaum auf der Welt sucht das Baby instinktiv nach der Brust
und das ist gut so, denn Muttermilch ist maßgeschneidert für
Neugeborene und das ein halbes Jahr lang. Sie passt sich exakt den Bedürfnissen
des wachsenden Kindes an. Muttermilch stillt optimal jeden Hunger und löscht
allzeit ausreichend den Durst. Vorausgesetzt, das Baby wird nach Bedarf
angelegt, das heißt so oft und so lange es Hunger hat. Was nur die Muttermilch kann: das Baby vor Infektionskrankheiten und
Allergien schützen, bis es selbst genug Ab- wehrkräfte hat. So bekommen
gestillte Kinder seltener Durchfall, Atemwegsinfekte, Hirnhaut-,
Harnwegs- und Darmentzündungen.
Das kräftige Saugen an Mutters Brust fördert die Entwicklung des
kindlichen Kiefers und beugt einer Fehl- stellung der Zähne vor. Die
Muttermilch fördert auch die Intelligenz von Babys. Denn sie enthält Nährstoffe,
die die Entwicklung des Nervensystems, der Hirn- und Sehfunktion, die
Wahrnehmung und geistige Leist- ungsfähigkeit des Kindes fördern. Das Stillen ist auch ideal für Mütter. Frühes Anlegen gleich nach der
Geburt bildet die Gebärmutter schneller zurück und Mütter, die
gestillt haben, bekommen seltener Brust- oder Eierstockkrebs. Muttermilchernährung ist also praktisch und nebenbei noch kostenlos,
sie ist jederzeit, überall und schnell verfügbar - in der richtigen
Menge und Zusammensetzung - keimarm, wohltemperiert und kostenlos. aid, Harald Seitz
Weitere Infos im aid-Heft "Empfehlungen für die Ernährung von
Mutter und Kind - Schwangerschaft und Still- zeit" mit Spezialteil
zum Stillen (Best.Nr.: 61-1358)
Internet: www.aid-medienshop.de |
| 20.11.03 |
Ernährungsverhalten verbessert sich
Immer noch zu viel Fett, Eiweiß und Alkohol
(aid) - Die Deutschen essen weniger Fett und mehr Kohlenhydrate und Gemüse
als noch vor 15 Jahren. Mit den meisten Vitaminen, Mineralstoffen und
Spurenelementen sind die Bundesbürger ausreichend versorgt.
Problematisch ist aber immer noch eine Überversorgung mit Fett, Eiweiß
und Alkohol. Zusammen mit wenig Bewegung führt dies zu Übergewicht. Zu
diesem Ergebnis kommt der Ernährungssurvey des Robert Koch- Instituts,
Berlin. Über 4000 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren wurden hier zu
ihrem Ernährungsverhalt- en befragt. Über die Hälfte der Frauen und
fast 70 Prozent der Männer haben Übergewicht. Fast ein Fünftel der Männer
und Frauen sind sogar stark übergewichtig. Der Energieanteil von Fett in der Nahrung hat sich von durchschnittlich
40 Prozent vor zehn Jahren auf heute 33 Prozent verringert. Dennoch
verzehrt ein großer Teil der Bevölkerung auch sehr viel mehr Fett. Übergewicht und eine Reihe von Wohlstandserkrankungen sind die Folge
von zuviel Fett, Eiweiß und Alkohol und zuwenig Ballaststoffen und
Kohlenhydraten in der Nahrung. Vor allem Männer mittleren Alters
trinken viel Alkohol. Ab dieser Altersgruppe wird auch ein hoher Anteil
an Übergewichtigen registriert. Frauen essen mehr Obst und Gemüse als Männer und scheinen im
Durchschnitt etwas gesundheitsbewusster zu sein. Etwa ein Drittel der
Bevölkerung erreicht zurzeit die empfohlene Menge von 650 g Obst, Gemüse
und Kartoffeln pro Tag, wenn auch Obst- und Gemüsesäfte berücksichtigt
werden. Ein Großteil der Jüngeren isst nur wenig Obst und Gemüse.
Defizite liegen auch für andere Bevölkerungsgruppen vor. So sind viele
ältere Menschen nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt. Junge
Frauen sind potentiell mit Eisen und mit Calcium unterversorgt. Junge
Men- schen sind nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Die
Zufuhrempfehlungen für Vitamin E werden von Frauen nicht erreicht und
die Folatversorgung ist bei Frauen und Männern nicht ausreichend.
Der aid infodienst, Bonn empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am
Tag. Dabei sollten es täglich zwei Portionen Obst und drei Portionen
Gemüse sein. Eine Portion Gemüse sollte gegart, eine roh und eine als
Salat gegessen werden.
aid, Heike Rapp |
| 1.11.02 |
Weniger gebildete Schwangere
können das Rauchen nicht lassen
Raucherinnen mit niedrigem Bildungsstand stellen bei
einer Schwangerschaft nur selten ihr Laster ein. Selbst diejenigen, die es
während einer Schwangerschaft schaffen, werden nach der Entbindung schnell
rückfällig, berichten amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift
"Journal of Public Health" (Novem- berausgabe).
Die Wissenschaftler um Robert Kahn vom medizinischen Zentrum für
Kinderheilkunde in Cincinnati hatten mehr als 8.000 Frauen aus unterschiedlichen
Bevölkerungsschichten befragt. Gesundheitsbewusstsein und Bildungsniveau
hängen eng zusammen, fanden Kahn und seine Kollegen heraus. Ein Drittel der
Frauen mit Hochschulabschluss hörte vor der Schwangerschaft auf zu rauchen und
fingen auch nach drei Jahren nicht wieder an.
Weniger gebildete Frauen dagegen gaben häufig an, dass für sie die schädliche
Wirkung von Zigaretten in der Schwangerschaft kaum eine Rolle spiele. Weitere
Gründe, die den Frauen das Aufhören erschwerten, seien erhöhter Alkoholkonsum
und das Rauchen des Partners. Eine umfassende Beratung könne den Frauen helfen,
besser auf die eigene Gesundheit und die des Kindes zu achten, sagt Kahn.
ddp/bdw - Teresa Baethmann
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| 1.11.02 |
Impfung gegen Multiple
Sklerose bei Ratten erfolgreich
Gegen Multiple Sklerose, rheumatoide
Arthritis und andere Autoimmunkrankheiten haben israelische For- scher
eine Impfung entwickelt. In Versuchen an Ratten stoppte der Impfstoff
die Erkrankungen, berichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of
Immunology" (Bd. 169, S. 2685).
Das Team um Nathan Karin vom Technion-Institut in Haifa greift mit der
Impfung direkt in das molekulare Gefecht bei Autoimmunkranken ein:
Zellen der Immunabwehr markieren bestimmte Gewebe der Erkrankten
fälschlicherweise als fremd und attackieren es. Bei rheumatoider
Arthritis sind davon die Gelenke, bei Multi- pler Sklerose das
Nervengewebe betroffen. Gleichzeitig versucht ein schützender Teil der
Immunabwehr, die fatalen Falschmarkierungen zu entfernen, fanden die
Forscher. Diesen Teil konnten sie mit der Impfung nun erfolgreich
stärken.
Die Forscher spritzten kranken Ratten ein Gen des
"Falschmarkers" ein. Dadurch brachten sie die Immun- abwehr
dazu, die Reaktion gegen den Marker zu verstärken. Die Tiere seien in
kürzester Zeit genesen, sagt Karin. Die Forscher wollen den Impfstoff
nun an Patienten mit Multipler Sklerose testen. Bislang gelten rheu-
matoide Arthritis und Multiple Sklerose als unheilbar. Ärzte können
nur mit Medikamenten, die Entzündung- en und die Immunabwehr hemmen,
die Symptome lindern.
ddp/bdw - Marcel Falk |